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Gegenstandssuche


Gegenstandssuche - was ist das?

Das erste Mal habe ich mich im Oktober 2011 mit der Gegenstandssuche beschäftigt. Unser Labradorrüde Oscar war damals 17 Monate alt und in unserer Hundeschule wurde ein Seminar zu diesem Thema angeboten.

Zu Beginn wurden die Hunde auf ihren jeweils ersten Suchgegenstand konditioniert. In unserem Fall ein Filzstreifen welcher den treffenden Namen „Filzi“ trug. 

Nachdem Oscar auf seinen Suchgegenstand konditioniert war, haben wir begonnen zu trainieren, dass er anzeigt wenn er seinen Gegenstand gefunden hat. In diesem Fall sollte er sich hinlegt und den Gegenstand mit der Nase berühren (stupsen). War dies nicht möglich, weil der Gegenstand beispielsweise unter einer Kiste lag, sollte der Hund dort anzeigen, wo die Geruchsnote des Gegenstandes am stärksten ist. Bei fortgeschrittenen Übungen im Freien mussten hier natürlich zahlreiche Dinge berücksichtigt werden wie beispielsweise die Windrichtung. Später hat er noch gelernt nicht nur im Liegen anzuzeigen, sondern je nach Position des Suchgegenstandes. Es konnte also vorkommen, dass er nur im Sitzen oder Stehen an den Suchgegenstand heran kam um präziese anzuzeigen.

Im Einführungsseminar hatte Oscar die einzelnen Übungsschritte gut umgesetzt. So konnten wir schon sehr schnell dazu über gehen ihm die ersten Suchaufgaben zu stellen. Oscar hatte schnell verstanden, dass es darum geht ihn vom Futter weg auf seinen Gegenstand zu fixieren. Sprich: „Filzi ist mein Tresorschlüssel zum Öffnen der Leckerchen-Faust.“

Ich denke das ich bei den ersten Schritten zum Konditionieren des Suchgegenstandes mit Alma hier keine große Schwierigkeiten haben werden, da sie ja durch das Training in der Team-Time und beim Curving schon den Unterschied zwischen Führhand und Leckerchenhand kennt. Ich gehe also davon aus, dass sie den erste Schritte "Konditionieren auf den Suchgegenstand" sehr schnell verstehend wird.

Warum das Ganze?

Die Nasenarbeit ist für einen Hund eine sehr anstrengende aber auch artgerechte Auslastung. 15 Minuten Training sind Vergleichbar mit einem einstündigen Spaziergang. Wobei ich damit auf keinen Fall sagen möchte, dass Nasentraining die Bewegung im Freien ersetzten soll! Wir werden natürlich weiter bei Wind und Wetter die Wiesen und Wälder unsicher machen. Aber unsere Erfahrungen mit Oscar haben uns gezeigt, dass er durch abwechslungsreiches Training wie Agility, Triplyon (ähnlich wie die heutige Team-Time mit Alma nur damals noch "betreut" in der Hundeschule) und die Nasenarbeit ein sehr ausgelasteter und dadurch ausgeglichener Hund war. Und außerdem finde ich es macht Hund und Halter einfach riesigen Spaß zusammen als Team zu agieren.

Also "let´s go!".... bzw. let´s stups!


Wie habe ich mit Alma mit der Gegenstandssuche begonnen?

Der erste Schritt ist immer die Konditionierung auf den jeweiligen Suchgegenstand.

Da ich bereits in anderen Bereichen gute Erfahrungen mit dem Klicker, bzw. unserem Markersignal "Yipp" gemacht hatte, lag es nah auch für die Konditionierung auf den ersten Suchgegenstand vom Klicker Gebrauch zu machen.

"Filzi" in die eine Hand - Klicker in die andere - und los geht´s. Wie erwartet hat Alma direkt auf mein "Stups Filzi" reagiert und mit der Nase den Gegenstand gestups. Hier kam natürlich zu Gute, dass sie den Begriff "Stups" schon kannte. So konnte ich dann dazu über gehen das "Stups" mit dem gewünschten hinlegen zu verbinden. Was soviel bedeutet, dass der ersehnte Belohnung versprechende "Klick" erst dann ertönte wenn Alma mit der Nase am Filzi war und im Platz gelegen hat. Das klappt recht schnell wenn man selbst auf dem Boden sitzt und den Gegenstand festhällt.

Nun kann man dazu über gehen den Gegenstand zum Beispeil unter dem Fuß zu verstecken oder andere Varianten einzubauen. Wichtig ist hier dann das genaue Timing. Der Belohnung versprechende "Klick" muss genau in dem Moment passieren wo alles passt: Nase ist am Suchgegenstand und der Hund liegt.

Alma kann das inzwischen schon sehr gut und ich denke wir können bald zum nächsten Schritt über gehen und den Gegenstand erstmals im Suchfeld verstecken.


Wie läuft so eine Gegenstandssuche ab?

Stepp 1: Ein Suchgegenstand im Suchfeld

Zum Trainingsbeginn bekommt Alma ihr Suchgeschirr an. Dies dient ihr künftig auch als Hinweis, dass wir jetzt mit der Nasenarbeit anfangen. Dieses Geschirr nutze ich ausschließlich bei der Nasenarbeit.

Dann setzt ich Alma in ihrem "Off" ab. Die fleissigen Leser unserer Seite wissen, dass dies eine Decke ist die wir im Training nutzen. Hier warten die Hunde zwischen den einzelnen Übungen.

Vor dem ersten Durchgang eines Trainings halte ich Alma ihren Suchgegenstand vor die Nase und sage ihr "Stups - Filzi". Bei einem Gegenstand ist diese Einleitung nicht ganz so wichtig, aber da er für das spätere Training gebraucht wird, wenn es darum geht mehrere Gegenstände zu unterscheiden, beginne ich schon früh dieses Ritual aufzubauen. (Bei Oscar war dies übrigens später im Verlauf seines Trainings nicht mehr notwendig, da er die Gerüche der einzelnen Gegenstände zu genau kannte).

Während Alma im Off wartet verstecke ich den Suchgegenstand. Im späteren Verlauf kann diese Aufgabe auch eine zweite Person übernehmen. Das macht die ganze Sache noch schwieriger, weil der jeweilige Hundeführer dann auch nicht weiß wo der Gegenstand liegt und nicht unbewusst Tipps geben kann, oder den Hund in die richtige Richtung führen kann. Hier muss sich der Mensch auf seinen Hund verlassen - der diese Aufgabe soweiso viel besser lösen kann und wird! Eine wirklich spannende Sache bei der man sehr viel über seinen Hund und dessen Körpersprache lernt!

Nachdem der Gegenstand im Suchfeld versteckt ist geht es zurück zur wartenden Alma in ihrem Off. Nun nehme ich die Leine in die Hand und erlaube ihr das Off zu verlassen. Wir gehen gemeinsam an einen Startpunkt und ich stelle ihr die Aufgabe was sie "stupsen" soll. Hierzu bekommt Alma das Sichtzeichen für den Suchgegenstand angezeigt und das entsprechende Wort, gefolgt von einem "Stups". Also im Fall ihres ersten Suchgegenstandes wird es lauten: "Stups Filzi" begleitet vom Sichtzeichen für das Filzi (zwei Finger vor dem Mund). Das Sichtzeichen geht dann über in eine vorausschickende Geste in Richtung des Suchfeldes.

Dann ist es meine Aufgabe Alma zu folgen. Hierbei ist es wichitg, dass ich sie zunächst nicht beeinflusse wohin sie gehen möchte. Solange ich das Gefühl habe, sie sucht den angezeigten Gegenstand folge ich ihr mit lockerer Leine.

Ist der Gegenstand gefunden warte ich darauf das sie sich hinlegt und den Gegenstand mit der Nase berührt. Genau in diesem Moment drücke ich den belohnungversprechenden Klicker und sage ihr ein "fein stups Filzi". Dann gibt es direkt am Filzi ein Leckerchen. Ich wiederhole das "Stups Filzi" dann noch ein paar Mal und jedes Mal wenn sie liegt und mit der Nase dran stups heißt es "klick - und Belohnung". Nach 3-4 Wiederholungen stehe ich auf, kreuze die Arme vor dem Körper und schließe die Suche mit der Ansage eines klaren "Ende" ab und verlasse auf direktem Weg das Suchfeld.

Später können im Suchfeld weitere Gegenstände versteckt werden, welche je nach Ansage in einer bestimmten Reihenfolge gestupst werden müssen.


Von der Theorie zur Praxis

Almas erste Gegenstandssuche während der Team-Time

21.11.2022 - Alma ist 17 Monate alt

Für die heutige Team-Time hatte ich mir etwas ganz besonderes überlegt. Alma sollte das erste Mal eine Gegenstandssuche auf der Wiese absolvieren.

Dafür habe ich zunächst 4 Pylonen auf der Wiese aufgestellt. Unter denen wollte ich später Almas Filzi verstecken und ggf. feststecken, damit sie es nicht direkt ins Maul nehmen kann - sondern wie gewünscht "stupst".

Zunächst habe ich Alma ihr Suchgeschirr angezogen und sie dann am Zaun festgebunden. Dann habe ich ihr das Filzi gezeigt und ihr "stups" gesagt. Sofort hat sie mit der Nase das Filzi angestupst - klick - Belohnung. Alles prima. Sicherheitshalber noch 2-3 Wiederholungen und dann konnte es los gehen...

Alma bekam ein "Bleib" und ich bin in Richtung Suchfeld gegangen. Dort habe das Filzi unter einer Pylone festgeklemmt und um etwas Verwirrung zu stiften (Alma beobachtete mich ja ganz genau), habe ich die anderen Pylonen auch noch angefasst und bin etwas im Suchfeld hin und her gegangen.

Dann ging es zurück zur wartenden Alma. Ich habe die Führleine in die Hand genommen und ihr ein "Stups - Filzi" inklusive Sichtzeichen angesagt. Und los´s gings. Alma ist sofort Richtung Suchfeld gesprintet und hat angefangen zu schnüffeln und umgehend auch das Filzi gefunden und gestupst.

Nach dem "klick" in dem Moment als sie das Filzi angezeigt (gestupst) hat gab es erst einmal mit großem "Prima - Super - und Tamm Tamm" ein großes Stück Käse. Dann haben wir noch 2-3 Mal "stups - Filzi" wiederholt. Jedes Mal gab es "Klick - Belohnung". Danach habe ich durch gekreuzte Arme das "Ende" angezeigt und wir haben zusammen das Suchfeld verlassen.

Insgesamt haben wir heute 4 solcher Sucheinheiten gemacht. Alma hatte sichtbar Spaß an der Sache und konnte es auch wenn ihre Prinzessinnenfreundin Snow im Suchfeld war kaum abwarten bis sie wieder dran war. In der Zwischenzeit hat sie uns ganz aufgeregt das ein oder andere kleine Liedchen geträllert.

Beide Hunde haben ihre erste Gegenstandssuche heute großartig gemeistert und hatten viel Freude dabei.

Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt auf die weiteren Fortschritte!